Der Walbauverein Daun ist ein forstwirtschaftlicher Zusammenschluss privater Waldbesitzer des Kreises Daun und als Forstbetriebsgemeinschaft nach § 18 Bundeswaldgesetz anerkannt.
Ziel des Vereines ist es die Bewirtschaftung des Privatwaldes zu verbessern und die Nachteile geringer Flächengröße, ungünstiger Flächengestaltung, Besitzzersplitterung, mangelnder Erschließung und anderer Strukturmängel zu überwinden.
Darüberhinaus wird in der Weiterbildung der Mitglieder in den Bereichen Forsttechnik, Arbeitssicherheit und Waldbau ein wesentlicher Arbeitsschwerpunkt gesehen.
Durch eine Gruppenwaldbrandversicherung bietet der Waldbauverein seinen Mitgliedern eine enorm günstige Möglichkeit den Waldbesitz gegen Waldbrand zu versichern.
Unterstützt wird der Waldbauverein Daun in allen Belangen durch die Betreuungsförster der Forstämter des Kreises Daun.
Geschichte
Der unselige 2. Weltkrieg hat nicht nur über Menschen und Städte Tod und Verderben bebracht, auch unser Wald musste schwer unter den Folgen leiden. Die Kämpfe im Winter 1944/45 schlugen tiefe Wunden in den Waldbestand. Die Not und die Schäden setzten sich nach Kriegsende fort. Durch die Besatzungsmacht wurden Zwangshiebe angeordnet. Einige Trockenjahre nach 1946 führten zu starkem Borkenkäferbefall. Da die meisten Waldbesitzer auch Landwirte waren, wurde besonders von ihnen der Wald zum Wiederaufbau ihrer Betriebe herangezogen. Er lieferte das notwendige Bauholz und stellte die finanziellen Mittel zur Verfügung. Viele jüngere Bestände fielen der vorzeitigen Nutzung zum Opfer. Splittergeschädigte Bestände mussten vorzeitig geräumt werden, so daß große Kahlflächen entstanden. Notwendige Pflegeeingriffe wurden vielfach unterlassen. Die schnell fortschreitende maschinelle Entwicklung in der Landwirtschaft führte zu Brachland und danach zur Aufforstung von Grenzertragsstandorten. Im Wald war viel zu tun. Die Bereitschaft der Waldbesitzer wurde größer, die anstehenden Probleme gemeinsam anzugehen. Zu Beginn des Jahres 1956 kam man mit dem Vorsitzenden des Kreisbauernverbandes Daun zu der Überzeugung, daß die Zeit zur Gründung günstig sei. Waldbesitzer im Kreise Daun drängten zur Lösung. Durch Einberufung von Versammlungen der Interessenten in Hillesheim und Daun wurde die Gründung des Waldbauvereins vorbereitet. In der Gründungsversammlung in Gerolstein traten 46 Mitglieder dem Waldbauverein bei. Die endgültige Vorstandswahl fand am gleichen Tag statt, nachdem Herr Peter Clausen über entscheidende Fragen berichtet hatte, die in der Bodenreformzeit aufgetaucht und die forstliche Betreuung betrafen. Es wurden gewählt auf die Dauer von 3 Jahren, nachdem zuvor die Satzung des Waldbauvereins beraten und angenommen worden waren:
Außerdem Peter Clausen, Dockweiler, als damaliger Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Daun. Die Verwaltungs- und Kassengeschäfte führt der Geschäftsführer J. Recktenwald, vom Kreisbauernverband in Gerolstein.
Gerolstein, den 29.01.1957
Auf der Gründungsversammlung in Gerolstein entschieden sich die Mitglieder für eine forstliche Betreuung durch das damalige Landwirtschaftskammerforstamt in Prüm. Der Verein existierte zwar, aber eine fruchtbare Arbeit ohne einen forstlich ausgebildeten Betreuungsbeamten war stark in Frage gestellt. So wurde nun bei der Landwirtschaftskammer der Antrag auf Betreuung durch einen Forstbeamten gestellt. Diesem Antrag wurde unmittelbar entsprochen und der erste Betreuungsförster war Herr Günther Lechlein. Die eigentliche forstliche Arbeit im Verein konnte beginnen. Herr Lechlein beriet die Waldbesitzer bei allen forstlichen Fragen und Problemen und koordinierte zahlreiche Gemeinschaftsprojekte. In Abendveranstaltungen wurden für die jeweiligen Ortschaften des Kreises Vertrauensmänner bestellt, die Herr Lechlien besonders bei der Pflanzenbestellung und Verteilung unterstützten. Herr Lechlein sammelte die Bestellisten, gab die Ergebnisse an die Baumschulen weiter, leitete die Auslieferung und wickelte die Aufforstungsbeihilfen und die Bearbeitung der Aufforstungsanträge ab. Nun wuchs die Mitgliederzahl stetig an, da die nicht organisierten Waldbesitzer die zahlreichen Vorzüge der Gemeinschaft erkannten. Während bei der Gründung nur 46 Mitglieder in die Vereinskartei eingetragen waren, stieg die Mitgliederzahl 1960 auf 620, 1970 auf 1.028 und 1980 auf 1.238 und zur Zeit auf rund 1.500 Mitglieder an. Am 14. April 1959 schloß der Waldbauverein Daun mit der Provinzial-Feuerversicherungen einen Rahmenvertrag für die Waldflächen seiner Mitglieder ab. Die Versicherungsbeiträge der einzelnen Mitglieder werden vom Verein zunächst mit dem Vereinsbeitrag kassiert und von der Geschäftsstelle an die Versicherung als Gesamtbeitrag weitergeleitet, wodurch den Mitgliedern besondere finanzielle Vergünstigungen zu Gute kommen. Dieser erste Rahmenvertrag wurde zwar mehrfach leicht verändert, hat sich aber bis heute bewährt. Her Recktenwald stellte Ende 1962 sein Amt aus Altersgründen zur Verfügung. Am 20.01.1962 bestellte der Vorstand Günther Lechlein als Geschäftsführer, wodurch die Betreuung durch die Landwirtschaftskammer und Geschäftsführung in einer Hand lagen. Neben der gesamten Palette der forstlichen Arbeiten übernahm Herr Lechlein zahlreiche Sonderaufgaben wie z.B. die Durchführung einer großen Gemeinschaftsaufforstung im Bereich Gönnersdorf, das Anlegen eines Arboretums bei den Gebrüder Fuchs, Daun-Eischeiderhof, sowie die Organisation zahlreicher Wegebauprojekte, verteilt über den gesamten Kreis Daun. Besonders hervorzuheben sind noch einige Zentralholzlagerplätze mit Güterzuganschluß, zur Koordinierung des Holzverkaufs. Im Zuge der Verwaltungsreform 1971 wurde die Privatwaldbetreuung und Beratung den Forstämtern angegliedert und der Kreis Daun in zwei Betreuungsbereiche aufgeteilt. Diese umfassen örtlich zum einen den Bereich der Forstämter Salmwald und Daun, sowie Gerolstein und Hillesheim. Der Privatwald des ehemalingen Forstamtes Kelberg wird von den zuständigen Revierbeamten betreut.
Aus gesundheitlichen Gründen musste Herr Lechlein sein Amt als Geschäftsführer niederlegen. Die Geschäftsführung und Kassenführung ging 1980 an den Kreisbauernverband Daun über. Nach 27jähriger Tätigkeit als Vereinsvorsitzender stellte Herr Heinrich Fuchs im März 1984 sein Amt aus Altersgründen zur Verfügung. Als Nachfolger wurde einstimmig das Vorstands- und Gründungsmitglied, Herr Hubert Häb aus Steiningen von der Mitlgiederversammlung gewählt.
Der Waldbauverein Daun sieht heute seine Arbeitsschwerpunkte insbesondere in der Pflege der Nachkriegsaufforstungen, der Bewältigung von Pflegerückständen, der Vermarktung des Holzes (besonders aus Kleinanfällen), der standortgerechten Baumartenwahl, der Schaffung von Bewirtschaftungsflächen in sinnvollen Größenordnungen sowie in der Betreuung und Beratung seiner Mitglieder in allen forstlichen Belangen.